Im Schatten der Rosen von Christel Netuschil
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Atmosphärischer Roman zwischen Vergangenheit
und Gegenwart

Im Schatten der Rosen

Im Schatten der Rosen ist ein atmosphärischer Roman zwischen Vergangenheit und Gegenwart, angesiedelt in der Normandie, über starke Frauen, ein Familiengeheimnis und die Kriegszeit.

Als Taschenbuch & eBook Erhältlich bei Thalia
Im Schatten der Rosen, 3D-Buchansicht
Roman auf zwei Zeitebenen
· Normandie · ISBN 978-3989988743

Über das Buch

Im Schatten der Rosen

Ein bewegender Roman, der Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet und zurückführt in ein dunkles Kapitel der Kriegszeit und zu den Fragen, die bis heute nachwirken.

Als die angehende Ärztin Isabelle Dubois bei einem Besuch im Haus ihrer Eltern zufällig eine vergilbte Fotografie in einer alten Zigarrenkiste findet, ahnt sie nicht, dass das der erste Hinweis auf ein lang gehütetes Geheimnis ist. Auf der Spur rätselhafter Ereignisse, die tief in die Kriegszeit zurückreichen, führt ihre Suche sie zum Château La Rose, einer ehemaligen Heilanstalt für Lungenerkrankte.
Gemeinsam mit Étienne, dem sympathischen Gärtner, versucht Isabelle die Geheimnisse ihrer Familie zu entwirren. Doch dabei finden die beiden schnell heraus, dass auch seine eigene Familie in die Ereignisse verwickelt war. Die Vergangenheit stellt ihre aufkeimenden Gefühle auf eine harte Probe.
Tief in der Normandie, inmitten dichter Wälder, duftender Rosen und flüsternder Schatten beginnt Isabelle zu begreifen, dass manche Wahrheiten Jahrzehnte lang verborgen bleiben, bis jemand den Mut hat, hinzusehen.

Eine starke weibliche Hauptfigur
auf der Suche nach Wahrheit
Ein Roman auf zwei Zeitebenen
zwischen Gegenwart und Kriegszeit
Ein verborgenes Familiengeheimnis
in der Normandie
Erinnerung, Schuld, Liebe
und Identität
„Manchen ist es bestimmt, die Dinge ruhen zu lassen. Anderen, sie aufzudecken.“

Aus „Im Schatten der Rosen“

Leseprobe

Tauche ein in die Geschichte

Ein Auszug aus dem ersten Kapitel. Lass dich hineinziehen in die Welt von Château La Rose.

Kapitel 1

Normanie, Saint-Céron, Ende März 1944

Normandie, Saint-Céron, Ende März 1944
Bernadettes Atem erhitzte die kalte Frühlingsluft für Sekunden, bevor er sich, gleich der Darbietung eines Illusionisten, in Wohlgefallen auflöste. Ihr leises Kichern durchdrang Louis’ aufgestellten Mantelkragen, der an seinem unrasierten Kinn vorbeikratzte und so nach Staub roch, dass ihre Nase zu kitzeln begann. Doch das störte sie nicht. Ganz im Gegenteil. Genießerisch presste sie ihre Wange in den Stoff und schloss ihre Arme ein wenig fester um Louis’ schmalen Körper. Dann gluckste sie erneut.
„Wenn wir uns weiter in diesem Tempo fortbewegen, kommen wir nie bei mir daheim an.“ Bernadette hob ihr Kinn und sah Louis an. Seine braunen Augen waren in der Dunkelheit kaum zu erkennen, nur das schwache Licht einer einzelnen Straßenlaterne spiegelte sich darin und hinterließ ein Funkeln, das ihr einen angenehmen Schauer entlang ihrer Wirbelsäule bescherte. Oh, wie sie ihn liebte und sich wünschte, ihre Zukunft läge bereits klar vor ihnen und würde sich nicht lediglich bruchstückhaft wie hinter einem nebligen Schleier zeigen.
Er lachte leise und drückte sie an sich. „Wie üblich. Die Stimme der Vernunft. Dabei hätte ich gegen einen weiteren Kuss nichts einzuwenden.“
„Den wirst du bekommen, doch einer von uns muss ja den Überblick behalten, Liebster.“ Sich auf die Zehenspitzen stellend, erreichten ihre Lippen ein weiteres Mal die seinen, strichen zärtlich darüber, ließen sich in einem Kuss erobern. Sie spürte das amüsierte Zucken seiner Mundwinkel, bevor er sich langsam von ihr löste und ihre Hand in seine nahm. Der Ausdruck auf seinem Gesicht verfinsterte sich leicht.
„Du machst dir zu viele Sorgen“, murmelte er.
Bernadette seufzte, während sie ihre Stirn an Louis’ Brust lehnte. Immerzu versuchte er, ihr die Angst zu nehmen. Versicherte ihr, dass alles gut gehen würde, dass man ihn nicht erwischte, ihn nicht wegbrachte, ihn nicht zu Tode quälte. Und sosehr sie ihm Glauben schenken wollte, sosehr sie mit ihren dunklen Befürchtungen rang, am Ende war es eine bittere Gleichung, der sie sich stellen musste: Die Aussichten darauf, dass Louis seine Meinung änderte, standen schlecht. Ohne sie verletzen zu wollen, ohne sein Wort über das ihre zu stellen, genoss sein Idealismus für ihn eine höhere Bedeutsamkeit als ihre Einwände. Dabei war es nicht so, dass sie ihn nicht verstand oder das, was er tat, nicht ausreichend würdigte. Sie wusste, wie wichtig sein Tun war, wie vielen Menschen er damit half, wie elementar jeder Handschlag war, den er unternahm, damit die Zukunft des Landes, wenn nicht sogar der ganzen Welt, gesichert wäre. Doch war sie nicht willens, ihre Zukunftsträume zu vernachlässigen, geschweige denn aufzugeben. Mit Louis zusammen zu sein und an seiner Seite zu stehen, war alles, was Bernadette sich wünschte. Jetzt und für immer.
„Wollen wir weiter?“ Louis hatte den Zeigefinger unter ihr Kinn gelegt und drückte es sanft nach oben, bis sein Blick den ihren traf. „Lass uns diesen wundervollen Abend nicht damit verschwenden, zu streiten.“
„Ist es das, was du denkst, dass ich wollte?“ Sie richtete sich auf und straffte die Schultern, spürte ihr Herz, das in ihrer Brust hämmerte. Es war oft so schwer für sie. Die Panik, die sich regelmäßig in ihr ausbreitete, die Gedanken daran, Louis könnte gefasst werden, brachten sie schier um den Verstand. Und doch ließ sie ihn gewähren. Dass sie sich sorgte, sollte er ihr wenigstens zugestehen.
„Selbstverständlich nicht.“ Er seufzte und sah über die niedrige Mauer hinweg auf die Felder und den Wald, den er wie seine Westentasche kannte. Seine Aufmerksamkeit schien nicht länger ihr zu gelten, sondern schwebte hinfort wie eine Geistergestalt in fließenden Gewändern und verharrte schließlich bei den Eichen, die den äußeren Saum des Waldes bildeten. Unstet sprangen Louis Pupillen hin und her, als bewegte er sich durch dichtes Unterholz und verworrene Sträucher, als kletterte er in den Kronen aus beinahe undurchdringlichem Blätterwerk, um unentdeckt zu bleiben.
Bernadette legte ihre flache Hand an seine Wange und malte mit ihren Fingerspitzen die Kontur seines Kiefers nach. Ob sie ihn zurückholen konnte aus jenem Zustand, in den er sich zurückzog, bewusst oder unbewusst, wenn Gefahr drohte und er seinen Fokus ausschließlich darauf lenkte, zu überleben?
„Salomon“, kam ihr sein richtiger Name über die Lippen.
Er schloss seine Augen für einen Moment, seine Nasenflügel blähten sich auf und einige tiefe Atemzüge ließen seine Brust in einem kontrollierten Rhythmus an- und abschwellen. Dann sah er sie an, und in den Tiefen seines Blickes fand sie nichts und niemand Geringeren als ein Abbild ihrer selbst. „Ich liebe es, wenn du mich nicht Louis nennst.“
Bernadette nickte, lächelte und verbiss sich eine Antwort, die zwar zum wiederholten Male von der Dringlichkeit erzählen würde, das Land zu verlassen – es gemeinsam zu verlassen, damit sie ein neues Leben beginnen konnten. Doch diese Unterredung musste sie verschieben. Für heute war es genug. Morgen schon würde sie erneut um sein Leben bangen müssen, wenn er sich mit einer Gruppe Gleichgesinnter auf den Weg machte, um neue Routen und Standorte auszukundschaften, an denen sich entkommene Kriegsgefangene und Widerstandskämpfer aufhalten oder Waffen und Vorräte aufbewahrt werden konnten. Wieder einmal war es an ihr, die Tage, Stunden und Minuten zu zählen, bis er hoffentlich unversehrt zu ihr zurückkehren würde. Sie sollten den Abend nutzen, um sich in den Armen zu liegen, zu träumen, sich zu lieben und für ein paar Augenblicke der Grausamkeit der Gegenwart zu entkommen.
Bernadette schob ihre Hand in seine und streichelte mit ihrem Daumen über die Erhebungen seiner Fingergelenke. Seine Haut fühlte sich rau, aber unglaublich warm an. „Ich freue mich darauf, wenn du mich gleich ein wenig halten magst.“
„Nichts, was ich lieber täte“, antwortete er und zog sie mit sich durch enge Straßen und Gassen, die sie zu ihrer Wohnung – oder besser gesagt: zu ihrem Zimmer – führen würden. Rabenschwarze Dunkelheit hatte sich über das Städtchen gelegt. Nur ab und zu erhellte ein Lichtschein das Pflaster, spiegelte sich in den Schaufenstern einiger Geschäfte, die längst geschlossen hatten und in Pfützen, die der Regen erschaffen hatte. Ein schneidiger Wind erfasste Bernadettes Kopftuch, das sie sich über ihre zu einem Dutt aufgedrehten Haare drapiert hatte, und riss es mit sich. Gleichzeitig griffen sie danach. Doch es war Salomon, der mit einem tiefen Ausfallschritt in die Hocke ging und das Stück Stoff im letzten Moment zu fassen bekam, bevor es auf die nasse Straße geweht wäre. Triumphierend hielt er das Tuch in die Höhe und lachte Bernadette an, die hinter ihm stand und ihm den Arm hinhielt, damit er sich daran hochziehen konnte. Doch mitten in der Bewegung hielten beide inne.
Laute Stimmen, die wild durcheinanderriefen, Schreie, die ganz in der Nähe ausgestoßen wurden und die Stille des Abends sprengten, ließen Bernadette den Atem anhalten. Sie bemerkte, wie Salomons Blick nur für eine, vielleicht zwei Sekunden am Ende der Straße verweilte, wo sich hinter einer Biegung das Lärmen zu nähern schien. Dann sprang er auf die Beine und zerrte Bernadette in einen schmalen Spalt zwischen zwei Häusern. „Kein Wort!“, kam es ihm zischend über die Lippen. „Beweg dich nicht!“
Sie gehorchte, was nicht allzu oft der Fall war. Doch dass Salomon es ernst meinte, verrieten ihr nicht zuletzt sein vollkommen regloses Verharren und die ausgestreckte Hand, die sie in den sich verjüngenden Gang drängte. Seine Gesichtszüge, die sie nur noch erahnen konnte, waren einer ebensolchen Starre verfallen wie der Rest seines Körpers. Gemeinsam lauschten sie in die Finsternis.
Jemand rannte. Seine Laufschritte hallten laut durch die einsamen Gassen, wahrscheinlich war er nur noch wenige Meter von dem Versteck entfernt, in dem Bernadette mit Louis kauerte. Das Geräusch keuchenden Atems drang an ihre Ohren. Blanke Panik jagte ihm voraus. Wer auch immer es war, der dort unterwegs war. Er eilte nicht grundlos.
Er flüchtete. Er rannte um sein Leben.
Zu dieser Erkenntnis kam Salomon im gleichen Moment wie Bernadette. Doch während sie sich noch einige Zentimeter weiter in die Lücke zwängte, wohl wissend, dass die gemauerten Wände ihr die Luft aus den Lungen pressen und das aufkommende Schwindelgefühl sie demnächst in eine Ohnmacht reißen würde, machte Salomon Anstalten, den Unterschlupf zu verlassen. „Nein!“, gab sie beinahe fauchend von sich und bekam im letzten Moment und mit verdrehten Gliedmaßen seinen Mantelärmel zu fassen.
Sein Kopf schnellte zu ihr herum. Welchen Ausdruck sein Antlitz trug, war sie nicht imstande zu erkennen. Aber sie wusste von dem Schmerz und der Enttäuschung, die seine haselnussbraunen Augen zweifelsfrei trübten. Salomon stieß seinen Atem aus, rückte noch ein Stück weiter an Bernadette, tiefer in den Schatten, und sah zu Boden.
„Bleib stehen, du Drecksjude!“, ertönte eine Stimme, die so viel Hass in sich trug, dass sich ein schmerzhaftes Frösteln über Bernadettes Schultern und Arme ausbreitete. Sie verstand die Bedeutung der Worte – bruchstückhaft nur aus dem Deutschunterricht von früher, doch aufgefrischt in Gesprächen mit Salomon, der der Sprache des Feindes mächtig sein musste, um in der Résistance zu überleben.
„Knall ihn ab, Franz! Knall das Schwein ab!“
Bernadette hielt sich eine Hand vor den Mund, um ein aufkommendes Schluchzen unter Kontrolle zu halten. Sie würde nicht schreien. Auch wenn sie genau wusste, was als Nächstes passieren würde. Sie würde nicht schreien.
Ein Schuss fiel.
Grausames Lachen, das zu ihnen herüberwehte und ein Stechen wie von tausend Nadeln auf Bernadettes Haut hinterließ.
„Der ist noch nicht kaputt!“
Ein Schleifen war von der Straße aus zu hören. Ganz in der Nähe. Viel zu nah. Bernadette biss sich auf die Zähne und versuchte, in Salomons Gesicht zu lesen. Doch seine Züge waren von völliger Schwärze überzogen.
Aus dem Augenwinkel nahm Bernadette eine Bewegung wahr. Jemand kroch über das Pflaster, zog sich mühsam vorwärts, Zentimeter um Zentimeter. Bis sie sein Gesicht sah, schmerzverzerrt, die Augen in Panik aufgerissen und mit kaum noch einem Funken Leben darin. Der Mann ließ sein Gesicht schließlich auf den Boden sinken. Schwer holte er Atem, gurgelte unverständliche Laute, hustete angestrengt.
„Wirst du nun endlich abkratzen, du Missgeburt?“
Ein paar dunkle Stiefel kamen neben dem sterbenden Körper zum Stehen, traten in dessen Nieren. Dann beugte sich ein Soldat der Wehrmacht hinab, spuckte und grinste schäbig. „Ich muss wohl nachhelfen!“
Der zweite Schuss traf den Mann in den Hinterkopf und beendete sein Leben.

Entdecke „Im Schatten der Rosen“, den atmosphärischen Roman über Familiengeheimnisse, die Kriegszeit
und jene Kraft, verborgene Wahrheiten ans Licht zu holen.

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PS:

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Christel Netuschil - Autorin
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Die Autorin

Über Christel Netuschil

Christel Netuschil, Jahrgang 1978, ist ausgebildete Krankenschwester und lebt mit ihrer Familie am Niederrhein.

Schon als Kind hat sie mit dem Schreiben von Kurzgeschichten begonnen und später Erwachsene wie Kinder dabei begleitet, Worte für das zu finden, was oft schwer auszusprechen ist: Gedanken, Wünsche, Ängste und innere Bilder.

Schreiben bedeutet für sie, Erfahrungen einen Raum zu geben, sie erlebbar zu machen. Dabei ist es ihr sehr wichtig, den Schleier des Offensichtlichen zu lüften und jene Umstände miteinzubeziehen, die ein Leben prägen.

Nach ersten Veröffentlichungen von Kurzgeschichten und Erzählungen widmet sie sich seit 2021 dem Schreiben von historischen Romanen und Familiensagen über starke Frauen und ihre Lebenswege. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen die Liebe in all ihren Facetten sowie die Frage, wie Menschen mit dem umgehen, was ihnen widerfährt.

„Geschichten begleiten mich, seit ich denken kann. Sie entstehen aus allem, was mich berührt, und sie aufschreiben zu können, ist für mich eine Art Lebenselixier.“

Christel
Langjährige Autorin Historische Romane Niederrhein